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November 09, 2021 0 Kommentare

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Diese eine Stimme in deinem Kopf, die dich regelmäßig auf deine Schwächen und Unsicherheiten aufmerksam macht. Sie kennt all deine Schwachstellen und ist sofort zur Stelle, wenn es darum geht, dich mal wieder höchstgradig zu kritisieren.

“Das kann ich gleich bleiben lassen. Das schaffe ich sowieso nicht!”

“Ich bin an allem schuld. Immer mache ich alles kaputt.”

“Ich bin einfach nicht gut genug.”

Darf ich vorstellen: Dein ganz persönlicher innerer Kritiker. Er ist dir immer am nächsten, wenn du eh schon verunsichert bist und setzt dir negative Glaubenssätze in den Kopf, die du nicht im Traum jemand anderem zusprechen würdest.

Woher kommt dieser innerer Kritiker?

Der Ursprung des inneren Kritikers liegt meist in der Kindheit verborgen, denn dort werden wir zum ersten Mal mit gesellschaftlichen Normen und Werten konfrontiert. Wir verstehen und verinnerlichen zum ersten Mal Sätze wie „Das tut man nicht.“ oder “Lass das sein!” und können sie mit dem eigenen Fehlverhalten verknüpfen. Dabei ist das Verlangen nach Akzeptanz und Bestätigung gerade in dieser Lebensphase extrem hoch! Genau aus dieser Diskrepanz von Fehlverhalten und dem Wunsch nach Bestätigung nährt sich der innere Kritiker von Beginn an. Er lehrt dir mit negativen Glaubenssätzen, dass dir Schaden oder Ablehnung deiner Mitmenschen widerfährt, wenn du keine “gute Leistung” erbringst.

Das Problem mit dem inneren Kritiker

Auch wenn der innere Kritiker einen sinnvollen ersten Schutzmechanismus in der Kindheit ausmacht, wird er meist eingepackt und mit ins Erwachsenenleben genommen. Doch desto älter man wird, desto öfter befindet man sich in Situationen, die Mut erfordern oder ein persönliches Risiko beinhalten. Time to shine für deinen alten Freund, den inneren Kritiker! Das Resultat aus seinem Einfluss: Unsicherheit, ein minderes Gefühl von Selbstliebe und ein erhöhtes Maß an Selbstkritik. Statt dich auf eine gesunde Weise zu schützen und dich in deinen Ambitionen anzutreiben, bremst er dich aus und raubt dir die positive Perspektive auf dich selbst.

 

Wie kannst du also besser mit ihm umgehen?
Lerne deinen inneren Kritiker kennen

Jetzt weißt du zwar um den Ursprung deines inneren Kritikers, aber trotzdem ist er nach wie vor Teil deiner Gedanken und Glaubenssätze. Es ist also Zeit, ihn richtig kennenzulernen. Vielleicht kannst du ja bereits bestimmte Situationen erkennen, in denen er immer mit seiner negativen Stimme auftaucht? Oder vielleicht magst du ihm auch einen bestimmten Namen geben? Dir deinen inneren Kritiker als tatsächliche Person in deinen Gedanken vorzustellen, kann helfen, das negative Gedankenschema greifbarer zu machen.

Beispiel: Mein innerer Kritiker ist relativ klein, korpulent und trägt einen schwarzen, komischen Hut. Er schaut mich immer urteilend von der Seite an und wandert auf und ab, wenn ich versuche, ihn zu ignorieren.

Dein innerer Kritiker ist nicht dein Feind!

Wie du bereits gelernt hast, ist dein innerer Kritiker wahrscheinlich in deiner Kindheit entstanden und hat sich mit in dein Erwachsenenleben geschlichen. Wie doof! Ganz im Gegenteil. Die negativen Glaubenssätze waren und sind immer noch einer deiner Schutzmechanismen vor eventueller Ablehnung und Misserfolgen. Das zu erkennen und den negativen Glaubenssätzen jedes Mal aufs Neue den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist ein langer Prozess. Das Ziel sollte nicht sein, deinen inneren Kritiker zu eliminieren, sondern seiner Kritik an dich gesunde Grenzen zu setzen.

Was sagt er wirklich?

Was sind es tatsächlich für Sätze, die dein innerer Kritiker dir immer wieder zuspricht? Nimm dir mal einen Moment Zeit, um alle Glaubenssätze aufzuschreiben, die er in deinem Kopf hinterlassen hat. Durch das detaillierte Aufschreiben dieser Sätze wird klarer, was dein innerer Kritiker tatsächlich alles von dir verlangt und wie präsent er für dich ist. Vielleicht ähneln sich die Kritikpunkte ja sogar auf eine Weise, wie sie dir vorher nicht bewusst war? Vielleicht erschreckt es dich aber auch, was für kritische Sätze tatsächlich von deinem Kritiker kommen? Alleine das Sortieren und Evaluieren der Glaubenssätze ist ein wichtiger Schritt, um deinen inneren Kritiker zu enttarnen und ihm so seine Schärfe zu nehmen.

Grenzen setzen durch Abstand

Wenn du gerade schon alle kritischen Sätze aufgeschrieben hast, wird dir sicher aufgefallen sein, dass die meisten Sätze aus der Ich-Perspektive direkt an dich selbst gerichtet sind. Nimm dir als erste Übung noch einmal den Stift in die Hand und ersetze jedes “Ich” durch ein “Du”. Dadurch trittst du von den Vorwürfen einen Schritt zurück und nimmst eine beobachtende Position ein. So kann es dir gelingen, die Gedanken vorbeiziehen zu lassen ohne sie für dich zu internalisieren. Wenn du von dort noch einen Schritt weitergehen magst, frag dich doch mal selbst: Würdest du all die negativen Glaubenssätze auch an deine liebsten Mitmenschen richten? Bestimmt nicht. Wieso solltest du sie also gegen dich selbst richten?

Übung macht den Meister

Kleiner Spoiler: Auch, wenn du nun die Ratschläge für dich umsetzt und an deinen negativen Glaubenssätzen arbeitest, wird dein innerer Kritiker nicht auf Anhieb leiser werden. Im Gegenteil. Vielleicht bedarf es gerade zu Beginn einer Extraportion an Mut, dich von den so verinnerlichten negativen Glaubenssätzen zu distanzieren und sie von dir abzuweisen. Doch mit der Zeit wirst du merken, dass es immer besser und schneller funktioniert, deinem inneren Kritiker gesunde Grenzen zu setzen.



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