Kennst Du das?


Januar 12, 2017 0 Kommentare

Kennst Du das?

Du hast eine wichtige Entscheidung vor der Brust und weißt einfach nicht, was Du tun sollst. Du überlegst hin und her, wägst die Pros und Contras ab. Sprichst mit Freunden darüber. Denkst nach, denkst, denkst, denkst... und fühlst Dich immer unklarer. Oder Du entwickelst zwar eine Richtung, aber Du fühlst Dich trotzdem irgendwie nicht richtig wohl. Dein Verstand verstrickt die einst klare Wahrnehmung Deines Seins zu einem Knäul.

Die Wahrheit ist: Du weißt eigentlich, wie Du Dich entscheiden möchtest.

Das hast Du sofort gewusst und in dem Moment warst Du ganz im Jetzt und ganz bei Dir. Aber dann hast Du Angst bekommen. Angst vor den möglichen Konsequenzen Deiner Entscheidung. Ab dann hat sich Dein Verstand eingeschaltet und ab diesem Moment ging es nicht mehr darum, was Du entscheiden WOLLTEST, sondern darum, was Du entscheiden SOLLTEST.

Dieser Prozess beginnt manchmal so schnell, dass Du kaum etwas davon mitbekommst. Du beginnst abzuwägen, mögliche Konsequenzen zu kalkulieren und wählst - bewusst oder unbewusst - den vermeintlich sichersten Weg. Einen Weg, der möglichst niemandem wehtut. Einen Weg, der Dich möglichst nicht aus Deiner Komfortzone reißt. Einen Weg, der mit Deiner Rolle im Leben konform geht. Und häufig wählst Du einen Weg, der nicht ehrlich ist. Und wenn du ganz ehrlich zu Dir bist, dann weißt Du das auch.

Und dann?

Dann fangen wir nicht selten an, die Verantwortung für unsere Entscheidungen abzugeben. Wir nehmen uns selbst aus der Schusslinie, indem wir uns zum Opfer unserer Umstände machen. Wir reden uns und anderen ein, dass wir uns ja gar nicht anders (ehrlich und authentisch) hätten entscheiden können. Viel zu gefährlich. Viel zu schmerzhaft. Viel zu krass. Das schräge daran ist nur, dass Deine Angst ein Produkt Deines Verstandes ist, der Dich glauben lässt, dass die Zukunft ernsthaft kalkulierbar sei. Der Dich glauben lässt, dass Du verantwortlich bist für die Gefühle anderer, insbesondere dafür, andere nicht (temporär) traurig oder wütend zu machen. Der Dir vorgaukelt, dass der vermeintlich sicherere Weg auch der bessere ist. Der unaufhörlich bewertet und Dich damit immer weiter von Deinem Kern, von Deiner Wahrnehmung entfernt.

Also lügen wir uns und andere lieber in guter Absicht an. Treffen unaufrichtige Entscheidungen, weil es uns sicherer erscheint. Bleiben in dem Job, bei dem Partner um nicht zu viel zu riskieren. Sagen den Menschen um uns herum nicht, wer wir wirklich sind, was wir wirklich empfinden und was wir wirklich tun wollen, bis wir es selbst nicht mehr richtig wahrnehmen. Was wir JETZT tun wollen, wie wir entscheiden wollen.

Ehrlich sein!

Wir wissen nie, welche Konsequenzen eine Entscheidung haben wird. Wir wissen nie, was gut oder schlecht für uns und andere ist, wenn wir über die Zukunft nachdenken. Wir können nur versuchen Verantwortung für uns selber zu übernehmen. Uns und anderen gegenüber aufrichtig auftreten. Ehrlich sein. Mehr wagen. Strategien des Verstandes aufspüren, mit denen wir uns selbst einreden, dass Unaufrichtigkeit besser, weil sicherer sei. Dass die Zukunft kalkulierbar sei. Strategien aufspüren und - aufgeben. Vertrauen haben, dass der Weg, den wir dann einschlagen, wenn wir ganz aufrichtig entscheiden, unser Weg ist. Selbst wenn er möglicherweise auch Schmerz mit sich bringt. Aufrichtig entscheiden. Ehrlich sein. Mutig sein und ehrlich. Im JETZT Entscheidungen treffen. Das ist mein Vorsatz für dieses Jahr.

 

(Geschrieben von Carla Dalla Torre)




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