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März 13, 2019 0 Kommentare

Warum du niemals unabhängig sein wirst

Wir sind so beschäftigt mit dem Versuch, unabhängig zu werden, dass es schon weh tut dabei zuzusehen: Unabhängigkeit rules! Unabhängig werde ich, indem ich z.B. 

1. die Karriereleiter hoch rase, um dann ganz oben über allen anderen zu stehen. (Das Ende der Leiter heißt dann Trump.)
2. möglichst viel Geld verdiene. Dann muss ich mir nämlich nichts mehr sagen lassen. Ich bezahle einfach und alle tun, was ich will.
3. Mama und Papa den Mittelfinger zeige und anfange, Kippen, Drogen und Alkohol in mich reinzuschütten, weil ich damit etwas tue, was ich nicht darf,
4. einer spirituellen Vereinigung beitrete und allem Weltlichen entsage.

Ich will mich also abspalten. Sondieren. Exklusiv sein. Anders sein als alle anderen. Nichts und niemanden mehr brauchen. (Vor allem Mama und Papa nicht mehr.)

 

Warum? Weil ich frei sein will. Weil ich nur noch das machen will, was ich machen will (... obwohl ich gar nicht so recht weiss, was ich machen will. Also wähle ich einfach eine der Optionen 1-4). Jetzt sage ich dir was:


VERGISS ES, UNABHÄNGIG ZU WERDEN.

Das wirst du nämlich nicht. Seit Geburt an hängt dein Leben, deine Gesundheit, deine Stimmung, deine Erfahrungen, deine körperliche Entwicklung, deine Psyche mindestens von folgendem ab:

1. von deinen Eltern. Sie haben dich auf die Welt gebracht, sie haben dich versorgt, sie haben dich geprägt. 
2. von der Erde. Sie bringt die Nährstoffe hervor, die du brauchst. Und das Wasser, aus dem dein Körper besteht. Und die Luft, die du atmest. 
3. von anderen Menschen. Von und mit ihnen lernst du. Sie machen es möglich, dass du hast, was du hast: Geld, ein Dach überm Kopf, etwas zu essen.

 

Was das für dich bedeutet, kannst du dir selbst überlegen. Für mich bedeutet das zu akzeptieren, dass mein Leben bedingt ist. Abhängig. Von der Natur und von anderen Menschen.

Anstatt mit aller Macht gegen Abhängigkeit zu kämpfen, will ich sie willkommen heißen und wertschätzen, für das was sie ist: ein Hinweis darauf, das ich ein Teil des Ganzen bin. 

Anstatt meine Energie also mit dem Versuch zu verschleudern, mich abzugrenzen, will ich sie lieber dafür einsetzen, mich zu integrieren und zum Ganzen beizutragen.


Und falls ich Freiheit suche, schaue ich nach innen: "Frei werden" kann ich nämlich nicht von anderen oder von der Natur, sondern nur von meinen inneren, immer wiederkehrenden Beklopptheiten.

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