Warum wir uns so gestresst fühlen


März 20, 2017 0 Kommentare

Ich gerate manchmal in Stress. Oder genauer: ich fühle mich gestresst. Was mir hilft ist dann erstmal durchzuatmen. Eine Bestandsaufnahme zu machen: da ist Stress. Kurz sortieren: Was stresst mich da eigentlich und warum?

Meistens komme ich dann dahinter, dass meine Spannung aus einer Unstimmigkeit zwischen dem was IST und dem, was in meinen Augen sein SOLLTE resultiert. Manchmal ist mir das unmittelbar bewusst, manchmal aber auch nicht. Der Kern dieser Spannung, die wir Stress nennen, ist immer der Gleiche: innerer Widerstand.

Ich entdecke an mir zwei Ebenen dieser Spannung: Einmal die etwas oberflächlichere, auf der sich kurzfristiger, flüchtiger Stress abspielt. (Sowas wie: eh schon spät dran und dann springt der Wagen nicht an. Oder: wie immer viel zu spät mit der Arbeit für ein Projekt begonnen und jetzt brennt der Baum.) Diese Art von Stress ist anstrengend und unangenehm. Die Dinge laufen nicht, wie wir sie uns vorstellen, wie sie uns angenehm sind und da entsteht die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Was mir in solchen Momenten hilft, ist:

  1. mir vor Augen zu führen, dass IST was IST. Nämlich: die Dinge laufen nicht nach Plan, das stresst mich.  
  2. das dann laut auszusprechen: "Ich fühle mich gerade gestresst, weil... und es nervt mich, dass es mich stresst. Das ist in Ordnung. Es ist ok, dass ich mich jetzt gestresst fühle." Wahrnehmen, annehmen. So ist es gerade.
  3. nicht so viel zu bewerten. Die Annahme, dass es besser wäre, wenn es anders wäre, in einem Moment, in dem es eben nicht anders IST... du merkst es selber. :-)

Die andere Ebene des Stress' liegt tiefer und wird in uns erzeugt durch einen latenten Konflikt unsere Authentizität betreffend. Wir sagen Worte, die wir nicht meinen. Wir tun Dinge, die wir eigentlich nicht tun wollen. Wir denken und fühlen anders, als wir handeln und entscheiden. Wir sind nicht ehrlich. Unter dem Deckmantel von Manieren und Höflichkeit, aus Angst vor Konsequenzen, wenn wir unser 'wahres' Gesicht zeigen, und aus vermeintlicher Rücksichtnahme spielen wir Rollen. Unser Innen und unser Außen sind nicht in Harmonie. Das erzeugt eine latent hohe Grundspannung in uns, raubt uns Kraft und macht uns unheimlich anfällig für Stress auf der oberflächlicheren Ebene, der aber vielmehr nur Symptom als Ursache ist.

Wenn wir uns also leicht gestresst, häufig angespannt und überfordert fühlen, lohnt sich ein aufrichtiger Blick auf Aspekte unseres Lebens, in denen wir vielleicht nicht ehrlich sind, nicht wahrhaftig agieren. Und dann können wir versuchen, und ich halte das für eine Lebensaufgabe, unser Innen und unser Außen bestmöglich in Einklang zu bringen.

Indem wir versuchen herauszufinden, wer wir sind uns was wir uns für unser Leben wünschen. Indem wir Rollen aufgeben und mehr wir selbst sind. Indem wir versuchen uns ein Umfeld zu schaffen, in dem uns das möglichst leicht fällt. Indem wir mit uns selbst und anderen achtsam, liebevoll und ehrlich umgehen.

Wenn wir es schaffen unser Leben so zu gestalten, dass wir in immer mehr Lebensbereichen aufrichtig 'Ja!' sagen können (und dazu reicht manchmal schon eine andere Perspektive, eine veränderte Haltung den Dingen gegenüber), fühlen wir uns entspannter, glücklicher und sind weniger anfällig für Stress.

In welchen Situationen empfindest du besonders viel Stress? In welchen Bereichen deines Lebens fällt dir ein aufrichtiges 'Ja!' schwer? Gibt es dazwischen eine Korrelation? Ich freue mich auf deine Gedanken!

Deine Carla | KLARHEIT




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